Por­cu­pi­ne ist das eng­li­sche Wort für Sta­chel­schwein und ist das 2. von 7 Spie­len, das zu dem Pro­gramm des Natu­ral Hor­semanship von Pat Parel­li gehört. Durch die­ses Spiel lernt das Pferd, phy­si­schen Druck zu wei­chen. War­um soll­te ein Mensch über­haupt phy­si­schen Druck auf ein Pferd aus­üben? Pfer­de sind sehr star­ke Tie­re. Der Umgang mit ihnen birgt stets gewis­se Gefah­ren. Mehr Ver­ständ­nis für das Natu­rell und die Instink­te der Tie­re sowie eine ent­spre­chen­de „Erzie­hung” kön­nen die Gefah­ren mini­mie­ren. Durch das Spie­len des Por­cu­pi­ne Game wer­den die Pfer­de sen­si­bi­li­siert und es sind nur noch leich­te Berüh­run­gen not­wen­dig um das Pferd in die gewünsch­ten Bah­nen zu len­ken.

Eine Mög­lich­keit, ein Sta­chel­schwein zu sein, ist es, das Pferd rück­wärts zu rich­ten. Die Fin­ger­spit­zen wer­den auf den Nasen­rü­cken des Pfer­des gelegt,

  1. so dass, die Haa­re des Pfer­des berührt wer­den
  2. so dass, Druck auf die Haut des Pfer­des aus­ge­übt wird
  3. so dass, Druck auf das Gewe­be des Pfer­des aus­ge­übt wird
  4. so dass, das der Kopf des Pfer­des nach hin­ten gescho­ben wird

Die ein­zel­nen Inten­si­täts­stu­fen wer­den jeweils ein paar Sekun­den bei­be­hal­ten, bis die nächst höhe­re ange­wen­det wird. Sobald das Pferd einen wenig nach hin­ten weicht, muss der Druck sofort nach­las­sen und es wird wie­der mit der 1. Stu­fe begon­nen. Dadurch lernt das Pferd, dass es in sei­ner Ver­ant­wor­tung liegt, Kom­fort oder Druck zu erhal­ten. Der Mensch muss dabei sein Timing schu­len, um den Druck im rich­ti­gen Moment nach­zu­las­sen und erneut mit der 1. Stu­fe begin­nen. Um die Übung abzu­schlie­ßen, ist es ganz wich­tig über die Stel­le zu strei­cheln, die vor­her durch das Sta­chel­schwein berührt wur­de. Das Pferd soll schließ­lich nicht vor der Hand des Men­schen flie­hen!

Die meis­ten Pfer­de haben den Dreh sehr schnell raus und ihr wer­det erstaunt sein, wie sen­si­bel sie auf leich­te Berüh­run­gen reagie­ren!

Auf die­se Wei­se kön­nen Vor­der- und Hin­ter­hand­wen­dun­gen, seit­wärts Bewe­gun­gen oder ein Auf- und Absen­ken des Kop­fes durch­ge­spielt wer­den.